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Biographie

Carl Adolph Gottlob von Schachmann

Aus Danziger Kaufmannstradition zum Oberlausitzer Adel

Carl Adolph Gottlob von Schachmann entstammt einer Familie, deren Geschichte bis in die Zeit der Hanse zurückreicht. Die Familie Schachmann verkörpert den Aufstieg des Bürgertums zum Landadel.

Carl Adolphs Urgroßvater Jakob Schachmann (1527-1586) verließ die Handelsmetropole Danzig als erfolgreicher Kaufmann und investierte seine Gewinne in schlesische Güter.
Über die Generationen mehrten die Schachmanns ihren Besitz: Joachim erwarb um 1650 das Rittergut Königshain in der Oberlausitz.
Carl Adolphs Vater Ernst Moritz von Schachmann (1689–1752), der als Major in sächsisch-polnischen Diensten stand, führte die Familie zu gesellschaftlicher Anerkennung.
Doch die prägende Figur wurde seine Mutter: Sophia Magdalena Freiin von Nostitz, die ihm die Welt der Herrnhuter Brüdergemeine öffnete. Diese religiöse Erweckungsbewegung, die Pietismus und praktische Weltgestaltung verband, sollte Carl Adolph lebenslang prägen.
So wuchs Carl Adolph zwischen zwei Welten auf: der traditionellen Adelswelt seines Vaters und der aufgeklärten Frömmigkeit seiner Mutter.
1725
Geburt
Carl Adolph Gottlob von Schachmann wird in Hermsdorf bei Görlitz geboren. Seine Geburt fällt in eine Zeit der sächsischen Herrschaft: Die Oberlausitz gehört seit 1635 zu Sachsen, ist aber noch stark von ihrer jahrhundertelangen böhmischen Tradition geprägt.
1743-1748
Studienzeit
Seine akademische Ausbildung führt ihn an die Universitäten Leipzig und Halle. Dort widmet er sich den Rechtswissenschaften, der Philosophie und den schönen Künsten, was seinen späteren Lebensweg maßgeblich prägt.
1748-1750
Bildungsreise
Die Grand Tour durch Europa formt seinen kulturellen Horizont. Schachmann bereist Deutschland, Frankreich und die Niederlande. Er knüpft wichtige Kontakte und entwickelt seine Leidenschaft für Kunst und Wissenschaft.
1748
Erste Ehe
Schachmann heiratet in Herrnhaag in der Wetterau Rosina Salome von Sassau (1725-1751). Die Ehe steht unter keinem guten Stern – seine Gemahlin verstirbt 1751. Die kurze Verbindung bleibt kinderlos.
1752
Schlossherr
Nach dem Tod seines Vaters 1752 übernimmt Schachmann mit 27 Jahren das Rittergut Königshain und macht es zu seinem Lebensmittelpunkt. Diese Entscheidung wird sein Leben und das der gesamten Region nachhaltig prägen.
1763
Zweite Ehe
Nach dem Tod seiner ersten Ehefrau heiratet er Antoinette Sophie Amalie von Damnitz (1732–1798) und markiert damit einen neuen Lebensabschnitt. Auch diese Ehe bleibt kinderlos, was das Paar 1771 bewegt, Louise von Heynitz (1766–1786) und nach deren frühem Tod Catharina Susanna Magdalena von Salza und Lichtenau (1771–1791) als Pflegetöchter aufzunehmen.
1779
Gelehrter
1779 wird er Mitglied der neugegründeten Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften und leitet damit Schachmanns intensive Forschungsphase ein. Er widmet sich der Numismatik und Altertumskunde mit wissenschaftlicher Akribie.
1760-1765
Sammler
In dieser Phase baut Schachmann seine bedeutende Kunst- und Naturaliensammlung auf. Er pflegt intensive Kontakte zu europäischen Gelehrten und entwickelt sich zu einem angesehenen Sammler seiner Zeit.
1764
Spirituelle Wende
Schachmann wird in die Herrnhuter Brüdergemeine aufgenommen. Diese Gemeinschaft prägt fortan sein religiöses und soziales Leben und beeinflusst auch seine aufklärerischen Ideale und sein Wirken als Gutsherr.
1764
Schlossneubau
Ein wegweisendes Projekt beginnt: Schachmann lässt in Königshain ein neues Schloss errichten. Der repräsentative dreiflügelige Bau wird zum architektonischen Zentrum seiner aufklärerischen Vision einer idealen Grundherrschaft.
1765-1770
Gartenkunst
Die Gestaltung des „großen Naturgartens“ erfolgt im direkten Zusammenhang mit dem Schlossneubau. Schachmann schafft eine harmonische Verbindung von Architektur, gestalteter Natur und den markanten Granitfelsen der Umgebung.
1770er Jahre
Intensivierung der künstlerischen Tätigkeit
Eine produktive Phase künstlerischen Schaffens beginnt, die bis zu seinem Lebensende andauern sollte. Schachmann fertigt zahlreiche Landschaftsdarstellungen und botanische Studien an, die sein tiefes Verständnis für Natur und Kunst bezeugen.
ab 1774
Münzsammler
Seine numismatische Sammlung entwickelt sich zu einer der bedeutendsten in Sachsen. Mit wissenschaftlicher Akribie katalogisiert und erforscht er antike Münzen, was ihm überregionale Anerkennung einbringt. 1774 veröffentlicht er seinen selbst illustrierten Münzkatalog.
ab 1765
Ägyptologe
Seine Faszination für die ägyptische Kultur führt zur Erweiterung seiner Sammlung um bedeutende ägyptische Antiquitäten. Er entwickelt sich zu einem Experten für ägyptische Altertümer, ohne je selbst in Ägypten gewesen zu sein.
1780-1785
Wissenschaftler
Höhepunkt seines wissenschaftlichen Schaffens: 1780 erscheint in der WALTHERISCHEN Hofbuchhandlung Dresden sein Hauptwerk „Beobachtungen über das Gebirge bey Koenigshain“. Diese interdisziplinäre Studie vereint geologische und archäologische Untersuchungen sowie kulturgeschichtlichen Betrachtungen.
1785-1788
Vermächtnis
In seinen späten Jahren widmet sich Schachmann der systematischen Katalogisierung seiner umfangreichen Sammlungen. Nach seinem Rückzug nach Herrnhut 1785 überträgt er die Gutsverwaltung und ordnet seinen wissenschaftlichen Nachlass, um damit sein kulturelles Erbe zu sichern.
1785
Rückzug nach Herrnhut
Ab 1785 zieht sich Schachmann weitgehend nach Herrnhut zurück und überträgt die Verwaltung des Gutes seinem Neffen Carl Heinrich Ludwig von Heynitz.
1789
Lebensende
Am 28. Januar findet Schachmanns reiches Leben in Herrnhut sein Ende. Er hinterlässt ein bedeutendes wissenschaftliches und kulturelles Erbe, das die Aufklärung in der Oberlausitz nachhaltig prägt.